Mein Serverchen – pt. 2 – Die Software

Ein Computer besteht nicht nur aus Hardware. Natürlich muss auf dem Gerät auch Software laufen. Sonst kann man wenig damit anfangen. Auf meinem Server läuft als Basis der ‘Windows Home Server‘ (WHS). Damit habe ich ein zentrales Datengrab mit einem gewissen Grad an Sicherheit. Dafür sorgt die Ordnerduplizierung. Der WHS macht ausserdem regelmässige Backups meiner beiden Arbeitsplatzrechner hier. Da so ein Server ja für noch viel mehr benutzt werden kann habe ich ihn mit diversen Progrämmchen und Add-Ins erweitert.

Wer sich erstmal ein Bild zum WHS machen möchte besucht am besten eine der vielen Seiten im Internet die sich mit diesem beschäftigen. Da wären beispielsweise:
- http://www.home-server-blog.de/
- http://windowsteamblog.com/blogs/windowshomeserver/default.aspx
- http://mswhs.com/
- http://www.wegotserved.com/
Am besten schaut man auch mal in die Foren, denn dor findet man immer wichtige Informationen und Hinweise. Und vorallem findet man immer auch Hilfe wenn man mal ein Problem hat.

Nun aber zum eigentlichen Punkt… der zusätzlichen Software.
Anfangen möchte ich hier erstmal mit den Add-Ins.
Das neueste Add-In möchte ich gleich als erstes nennen: Add-In Central
Es befindet sich momentan im Betatest. Dank eines Posts in Bjoerns Windows Blog kann ich beim Testen mitmachen.
Das Add-In listet (fast) alle erhältlichen Add-Ins mit kurzer Beschreibung auf. Manche Add-Ins kann man direkt auf den WHS herunterladen und auch gleich die Installation anwerfen. Man kann auf die jeweiligen Websites oder in die entsprechenden Foren gehen um sich noch mehr Informationen zu holen. Das Add-In informiert sobald es neue Versionen der installierten Add-Ins gibt, oder falls im Installationsordner auf dem WHS ein noch nicht installiertes Add-In bereitliegt. Momentan hat das Add-In noch ein paar kleine Schönheitsfehlerchen… aber dafür ist ja derzeit im Test. Sobald die finale Version raus kommt sollte sich jeder der einen WHS hat diese installieren.

Das nächste wirklich wichtige Add-In ist Lights Out.
Die Software überwacht diverse Aktivitäten des Servers und legt diesen schlafen sobald es den Anschein hat dass der Server nichts zu tun hat. Die (für private Zwecke) kostenlose Community Edition kann schon relativ viel. Der LO Client auf den Arbeitsplatzrechnern weckt den Server sobald der Rechner hochgefahren wird. Nachdem die Rechner aus sind wird der Server nach einer frei definierbaren Zeitspanne wieder schlafen gelegt. Man kann genau festlegen welcher Client den Server wecken und wach halten darf und welche eben nicht. Zusätzlich kann man den Server grundsätzlich zu den Backupzeiten wach halten. Damit man auch aus der Ferne auf den Server zugreifen kann wird dieser auf bei Remotezugriff nicht schlafen gelegt. Zusätzlich gibt es einen Kalender in dem man Zeiten einplanen kann zu denen der Server aktiv sein soll.
Noch mehr Funktionen hat man mit der kostenpflichtigen Variante. Diese kostet derzeit 17,85 €. Mit dieser Version kann man zusätzlich zu den Windows-PCs auch noch weitere Geräte im Netzwerk überwachen. Da auf denen kein Client läuft wird hier nur geprüft ob diese im Netzwerk sich melden – also an sind. Das beste ist aber dass man den Server durch diverse Zustände direkt auf dem Server wach halten kann. Abhängig von Netzwerkverkehr oder von CPU Last, oder in Abhängigkeit von einer Datei oder eines Ordners irgendwo auf dem Server. Oder wenn bestimmte Prozesse laufen. Damit kann man effektiv dafür sorgen dass der Server nicht herunterfährt während noch irgendetwas im Hintergrund diesen braucht.
Damit die Backups auf dem WHS ordentlich funktionieren darf man die Clients nicht herunterfahren. Sie müssen entweder an sein oder sich im Standby oder in Ruhezustand befinden. LO kann das besser. Man kann in LO einstellen wann welcher Client geweckt werden soll um gesichert zu werden. Im Anschluss kann der Rechner auch gleich wieder heruntergefahren werden. Für Leute bei denen Standby und Ruhezustand aus irgendeinem Grund nicht richtig funktionieren oder einfach nur zu viel Strom verbrauchen ist das eine wunderbare Lösung.

Für einige Sachen muss man manchmal doch direkt am Server arbeiten. Da reicht die Konsole des WHS einfach nicht aus. Dann verbindet man sich per Remotedesktopverbindung mit dem Server oder hat Monitor und Tastatur an der Kiste und meldet sich direkt dort an. Beispielsweise wenn man zusätzlich Software installieren möchte die nicht direkt für den WHS geschrieben wurde – also wenn es kein Add-In ist. Damit man das nicht all zu oft tun muss benutzt man am besten die Advanced Admin Console.
Mit dieser hat man so unglaublich viele Möglichkeiten dass man gar nicht weiß wo man anfangen soll. Der Programmierer des Add-Ins hat deswegen auf seinem Blog extra einen ‘Feature Focus‘ gestartet in der die einzelnen Möglichkeiten aufgeführt werden. Vor allem die wirklich nützlichen Funktionen die oft übersehen werden. Am besten man liest sich mal den Blog der Reihe nach durch.

Ich habe auch noch andere Add-Ins installiert. Aber wirklich erwähnenswert ist kaum eines davon. Es gibt so viele nützliche und auch unnütze Add-Ins. Da muss wohl jeder selbst mal sehen was er gebrauchen kann und was nicht.

Wie schon erwähnt habe ich nicht nur Add-Ins auf dem Server. Es laufen auch noch weitere Programme die nicht direkt für den WHS gedacht sind.
Zum einen habe ich einen FTP-Server auf der Kiste. Es handelt sich dabei um FileZilla. Es ist zwar auch möglich die FTP Funktionen des sowieso schon laufenden IIS zu aktivieren, aber mir war FileZilla irgendwie lieber. Allein schon weil der IIS doch recht häufig kompromittiert wird.
Damit ich von Unterwegs auch an die Daten auf dem Server komme habe ich nicht etwa den Remotezugriff des WHS eingeschalten. Ich benutze dafür lieber eine VPN Verbindung. Dabei habe ich mich für OpenVPN entschieden. Aber das habe ich bereits einmal erwähnt.

Als nächste wichtige Komponente auf dem Server sehe ich meinen DVB Viewer. Für 15 € bekommt man hier eine TV-Software die wirklich nur wenige Wünsche offen lässt. Der DVB Viewer läuft als Service auf dem Server. Er streamt das aktuelle TV-Programm meiner DVB-C Karte an jeden angeschlossenen Rechner im Netz. Zusätzlich nutze ich ihn zum Aufnehmen vom TV. Programmieren lässt sich der Server über ein Webfrontend oder direkt über die DVB Viewer Software an den Clients. Damit man nicht jede Aufnahme selbst programmieren muss kann man ‘Suchanfragen’ speichern, welche automatisch aufgenommen werden. Damit lassen sich wiederkehrende Sendungen aufnehmen. Wenn mir mal ein Film einfällt den ich schon lange nicht mehr gesehen habe und den ich einfach gerne einmal wieder sehen würde, dann erstelle ich eine automatische Aufnahme und warte einfach bis der Film irgendwann zufällig irgendwo läuft. Ich hab eine ganze Liste solcher Filme derzeit programmiert. Und immer mal wieder kommt einer davon mal vorbei. Einfach praktisch!

Ich habe eine alte Digitalkamera die ich per USB am Rechner angeschlossen habe. Das Gerät meldet sich nicht als einfaches Massenspeichergerät wie es heutige Kameras fast ausschliesslich tun. Es meldet sich als WIA-Gerät am Rechner (Windows Image Acquisition). Mit dem kostenlosen WIA-Loader lase ich drei mal täglich ein Foto von unserem Hof schiessen. Irgendwann werde ich alle Bilder mal zu einem kurzen Filmchen rendern. Dann habe ich eine Zeitrafferaufnahme des Gartens über das ganze Jahr hinweg. Nicht dass man so etwas wirklich brauchen würde…

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3 Kommentare zu „Mein Serverchen – pt. 2 – Die Software“

  1. Klaus sagt:

    Erstmal danke für den Blog, hat mir bei der Auswahl der einzusetzenden Software eine Menge Zeit erspart. :-)
    Ein Problemchen, wie bekommst du Lights-out mit dem recording service überein, sodass der WHS vor Aufnahmebeginn aufwacht?
    Danke und viele Grüsse
    Klaus

  2. der-Leo sagt:

    Das ist das schöne daran: man muss überhaupt nichts machen!
    Der Recording Service sorgt selbst dafür dass der Server rechtzeitig vor einer Aufnahme aufwacht. So lange der Server nicht heruntergefahren ist, sondern im Standby oder im Ruhezustand ist, funktioniert das wunderbar.
    Anfangs gabs Probleme mit Lights Out. Das hat nach 10 Minuten versucht den Server wieder schlafen zu legen und das wurde durch den Recording Service verhindert. Das hat LO aber irgendwie nicht richtig registriert. LO wurde aber inzwischen so angepasst dass es damit jetzt keine Probleme mehr gibt. Wenn man nicht die kostenlose LO Version benutzt sondern sich eine Lizenz kauft hat man dabei noch ein paar andere Möglichkeiten das zu verhindern. Aber wie gesagt… das ist inzwischen nicht mal mehr wirklich nötig.

  3. Klaus sagt:

    Zuerst versuchen – dann fragen ;-)
    Danke für die umfangreiche Antwort. LG Klaus

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