Mein Serverchen

Schon letztens hatte ich erwähnt dass ich einen Windows Home Server hier am laufen habe. Heute möchte ich mal die Hardware des Server beschreiben. Da mein Server seit mehr als einem Jahr schon läuft ist die verwendete Hardware natürlich nicht auf dem aktuellsten Stand. Aber trotzdem kann es für manche interessant sein zu sehen welche Überlegungen ich mir bei der Auswahl der Komponenten gemacht habe.

Anfangen möchte ich mit dem Gehäuse. Als erstes sollte es ein kompaktes Teil sein. Mehr als Platz für ein Mini-ITX Board muss nicht sein. Auf der anderen Seite sollte es nicht zu klein sein. Schliesslich sollen ja auch mehr als nur eine Festplatte Platz darin finden. Bezahlbar sollte das ganze auch sein.
Morex Venus 6699 - Gehäuse vorneMeine Wahl fiel schliesslich auf das Morex Venus 6699. In dieses Gehäuse passt nicht nur ein Mini-ITX Board sondern auch die etwas grösseren Mini-DTX-Format oder FlexATX. Auch hat dieses Case genug Platz für die Festplatten. Es hat einen internen 3,5″-Schacht, einen externen 3,5″-Schacht und zwei externe 5,25″-Schächte.
Damit ich die 3,5″ Festplatten in die 5,25″-Schächte einbauen kann habe ich mir zusätzlich zwei Noiseblocker X-Swing gekauft. Einfache Einbauschienen hätten es auch getan. Aber erstens entkoppeln diese die Festplatte wodurch sie etwas leiser werden, und zweitens kann man mit den beiden Teilen bei geschickter Platzierung bis zu drei 3,5″ Festplatten in die beiden 5,25″-Schächte einbauen. Insgesamt käme ich dann auf bis zu fünf Platten in diesem Gehäuse. Mit etwas Handarbeit wäre noch mehr drinnen. Oder mit 2,5″ Festplatten. Aber das ist erstmal nicht nötig.
Morex Venus 6699 - Gehäuse offen hintenDas Gehäuse hat ein integriertes Netzteil mit 220 W. Das reicht dicke für so ziemlich jeden kleinen Server oder einen Bürorechner. Als Gehäuse für einen Spielerechner dürfte es natürlich schnell knapp werden, aber dafür ist es ja auch nicht gedacht. Das Netzteil hat einen 80er Lüfter der nicht sehr laut ist.
Leider hat das Gehäuse unter dem Netzteil noch zwei weitere Lüfter. Es sind zwei winzige 40er Lüfterchen die relativ schnell drehen und somit eine Menge Lärm verursachen. Da mein Server hier unter meinem Schreibtisch steht war es unmöglich die beiden laufen zu lassen. Anfangs hatte ich sie einfach ausgebaut. Da ich eh einen 120er Lüfter im inneren werkeln lasse war das nicht schädlich. Nachdem ich aber in einer meiner Kruschkisten meine Zwischenwiderstände gefunden hatte habe ich die Lüfterchen wieder eingebaut. Sie laufen jetzt bei etwa 5 V und sind damit effektiv unhörbar. Der schon erwähnte 120er Lüfter ist ein sehr leiser Lüfter der bei 12 V mit nur 800 Upm dreht. Dieser läuft zusätzlich nur bei 7 V und ist damit auch unhörbar. Die verbauten Lüfter sorgen zusammen für mehr als genug Luftzirkulation. Die CPU wird nie wärmer als 50°, die Festplatten werden nie wärmer als 35°. Damit muss ich mir keine Sorgen machen dass irgendwann etwas den Hitzetod sterben sollte. Auch wenn es doch recht eng zugeht im vollgestopften Kistchen.

Als nächsten stellt sich natürlich die Frage welches Board man benutzt. Ich hatte hier zwar noch einen P4 übrig… aber der Server sollte eigentlich kein grosser Stromverschwender sein. Etwas sparsamer sollte es dann doch sein. Letztendlich habe ich mich für das D201GLY2 von Intel entschieden.Intel D201GLY2 Es besitzt einen aufgelöteten Celeron 220 Prozessor welcher einen Kern hat und bei 1,2 GHz läuft. Auch wenn sich das recht langsam anhört… Der Celeron ist in allen Anwendungen schneller als ein Atom 330 bei 1,6 GHz mitsamt seinem Hyper-Threading. Leider hat das Board nur einen SiS-Chipsatz. Aber trotzdem sollte es als Home-Server Board reichen. Es besitzt einen Parallel ATA und zwei Serial ATA Anschlüsse. Damit kann man also bis zu vier Festplatten dranhängen. Der einzige wirklich Nachteil an dem Board ist der Netzwerkanschluss – der läuft nur mit 100 Mbit. Das geht nun mal gar nicht. Da ich aber noch eine 1 Gbit PCI-Karte herumliegen hatte war das auch schnell gelöst. Klar ist der PCI-Bus für die 1 Gbit nicht unbedingt die beste Wahl – aber es geht und es ist allemal schneller als 100 Mbit. Wer selbst plant einen Server zusammenzuschrauben sollte aber doch darauf achten dass das Board eine Gbit-Port besitzt.
Das ganze wurde dann noch mit 1 GiB Speicher ausgestattet.

Als letztes kamen natürlich noch die Festplatten dazu.  Ich gebe es zu…. ich habe etwas gemacht was man eigentlich nicht unbedingt machen sollte. Ein Server der zentral die Daten bereithält und auf dem die Backups verwahrt werden – der sollte auch sicher und stabil laufen. Da verwendet man am besten natürlich keine übriggebliebene Hardware. Also auch keine alten Festplatten. Und trotzdem… ich habe in die Kiste alle meine alten Festplatten gepackt die ich noch übrig hatte. Das waren Anfangs vier Stück mit insgesamt 1,5 TB Speicherplatz. Eine der Festplatte wurde aber anderweitig benötigt, weswegen jetzt also nur noch drei im Server stecken. Derzeit komme ich also auf gerade mal 1 TB an Speicherplatz.

Alles in allem hat mich das Kistchen damals gerade mal 150 € gekostet. Aber das auch nur weil ich einige Teile noch hier herumliegen hatte. Und weil hier die Kosten für die Software noch nicht berücksichtigt sind.
In einem nächsten Beitrag werde ich dann mal eben auf genau diese eingehen.

Hier noch eine kleine Serie an Bildern
Morex Venus 6699 - Gehäuse vorneMorex Venus 6699 - Gehäuse schrägMorex Venus 6699 - Gehäuse mit FestplatteMorex Venus 6699 - Gehäuse offen seiteMorex Venus 6699 - Gehäuse offen hintenIntel D201GLY2Intel D201GLY2ZubehörGehäuse voll seite 1Gehäuse voll seite 2Gehäuse voll oben

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5 Kommentare zu „Mein Serverchen“

  1. Felix sagt:

    Was braucht den dein WHS so an Strom im Leerlauf und unter Vollast?

  2. der-Leo sagt:

    Als ich den Server frisch zusammengebaut hatte habe ich es mal gemessen. Das ist aber schon mehr als ein Jahr her. Ausserdem hatte er da noch vier Festplatten drinnen, statt nur drei.
    Ganz genau erinnern kann ich mich an die Werte auch nicht mehr. Also werde ich heute mal mein Prüfgerät raussuchen und es mal messen.
    Ich werd die Ergebnisse dann hier posten.

  3. der-Leo sagt:

    So… ich habe nun nachgemessen. Im Leerlauf verbraucht der Server 50 W. Um den Server unter Vollast zu testen habe ich jetzt keine Programme laufen lassen die die CPU bis ans maximum stressen. Ich habe einfach mal getestet was ich maximal an Verbrauch aus dem Server kitzeln kann wenn ich ihn mehr oder minder normal benutze. Im Prinzip habe ich nur dafür gesorgt dass alle Platten laufen und Daten lesen oder schreiben und dass die CPU ein wenig zu tun hat. Damit bin ich auf maximal 88 W gekommen. Im Durchschnitt lag der Verbrauch bei 57 W.
    Der Server läuft nicht durch bei mir. Er wird Nachts in den Ruhezustand versetzt. Dabei verbraucht er weniger als 0,5 W.
    Im Tagesdurchschnitt verbraucht der Rechner 32,3 W (bei angenommenen 14 Stunden aktiver Laufzeit).

  4. Micha sagt:

    Hallo Leo, im 2. Teil erwaehnst Du eine DVB-C Karte, die aber hier in den Bildern nicht zu sehen ist. Ich habe mir auch eine TT C-1500 eingaut, deshalb das Interesse :)
    Viele Gruesse
    Micha

  5. der-Leo sagt:

    Hallo Micha,
    ich habe bei mir einen USB-Stick in Betrieb.
    Im genaueren handelt es sich um die Terratec Cynergy HTC USB XS HD.
    Genaueres zu dem Stick erfährst du hier: http://www.terratec.net/de/pro.....57289.html

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